GaRoute
Ein Workshop von Martin Wesslowski
Allgemeines
Eines der faszinierendsten Anwendungsgebiete des PSION ist der kombinierte
Einsatz mit einem GPS-Gerät.
Insbesondere bei auf die Grundfunktionen beschränkten Empfängern wie dem
GARMIN eTrex, bildet der PSION eine willkommene Erweiterung. Alle
Funktionen, die teurere Geräte über die "normale" Standortbestimmung
hinaus bieten, kann der PSION mindestens genauso gut oder sogar noch
besser übernehmen. Zumindest was die Größe und Qualität bei der
Kartendarstellung im 'moving-map' Modus angeht, habe ich noch kein
ebenbürtiges Gerät gesehen (jedenfalls nicht in für mich erreichbaren
Preisbereichen).
Und
das zum Einsatz als Auto-Navigationsgerät zunächst notwendige
"Zusammenstöpseln" der Geräte kann sich auch zum Vorteil entwickeln, weil
es einerseits den Einsatz der Navigation (wie bei mir) in immer
wechselnden Dienstwagen oder Mietwagen ohne eigenes Navi erlaubt,
andererseits aber auch den alleinigen Einsatz des (kleinstmöglichen)
GPS-Gerätes beim Wandern oder Radfahren. Den PSION im Rucksack, ist es
trotzdem unterwegs jederzeit möglich, spontan die im GPS-Gerät
gespeicherte Route neu zu berechnen und zu übertragen. Ebenso ist eine
Wegpunktpflege und Archivierung, entweder als direkte Übernahme von
Punkten im Gelände oder als Cursorposition in einer TomTom-Applikation,
mit der entsprechenden EPOC-Software ein Kinderspiel... und oft viel
schneller und direkter mit dem Duo PSION-Garmin (auch gleich im Gelände)
zu erledigen als zu Hause am stationären Windows-PC.
GaRoute als Ergänzung des GPS-Gerätes
Dies alles ist natürlich auch mit GaRoute zu machen; Schwerpunkt dieses
Workshops soll aber eine "Spezialanwendung" bzw. ein 'killing feature' von
GaRoute, nämlich die übergreifende Routenplanung über mehrere (CityMaps)-Karten,
sein.
Zu
diesem Zweck demonstriere ich das Ganze einmal anhand einer beispielhaften
Routenplanung.
Überregionale Routenplanung mit GaRoute
Die Test-Route führte
uns (bei einem Familienausflug) von Friedrichsdorf im Hochtaunus zur
"Ronneburg" im Main-Kinzig-Kreis.

Getestet werden sollte hier die Möglichkeit, überregionale Routen über
mehrere CityMap- oder Routeplannerkarten "in einem Rutsch" abfahren zu
können! In diesem Falle wurden vier Kacheln benötigt, um die Strecke
abzudecken. Beim neuen CityMaps 3.0 würde man mit weniger Karten auskommen,
das Prinzip bliebe aber das selbe.
Wie
ermöglicht GaRoute nun diese übergreifende Routenführung?
Nun: Bei der
Einrichtung des Programmes muss man einmalig (assitent-gesteuert) die "oben-links"-
und "unten-rechts"-Koordinaten eines jeden gerade geladenen Stadtplanes (CityMap)
dem Programm bekannt geben.

Danach wäre es ausreichend, jede überregionale Tour nur im Route-Planner
zu planen; GaRoute wurde die Navigation trotzdem anhand der viel
präziseren CityMap-Karten durchführen. RoutePlanner würde dann nur für die
Teilstrecken aufgerufen, für die keine genauere (CityMap)karte vorliegt.
Genial, oder?? Wie
sieht das Ganze denn nun in der Praxis aus? Nicht so kompliziert, wie es
sich anhört!! ;-)
Routenplanung (kartenübergreifend)
Bei
mir hat sich inzwischen die Praxis eingebürgert, eine Tour in drei
Schritten zu planen:
Schritt 1:
Zuerst die
"Startphase", z.B. vom Standort bis zu einem markanten Punkt auf dem
gleichen Stadtplan, wie eine Autobahnauffahrt, eine markante Kreuzung,
eine Ortsausfahrt oder ähnliches:

Wenn diese Route in
CityMaps berechnet ist (man beachte die Hinweise für die Einstellungen der
'Anweisungsart' in CityMaps!), wird zu GaRoute geschaltet und dort die
Routenberechnung gestartet. GaRoute fragt nach einem Dateinamen; wir
wählen "Neue Datei" und vergeben einen aussagekräftigen Namen:

GaRoute schaltet
jetzt selbstständig zwischen CityMaps und GaRoute hin und her, liest die Tabelle
aus, schreibt sie, ähnlich wie CoDriver, über einen Drucker in ein File,
berechnet Koordinaten, schreibt die DATEN-Datei etc.:

Schritt 2:
Nach vollendeter Berechnung (der Startphase) starte ich dann den
RoutePlanner, suche mit den 'markanten Punkt' (den Endpunkt der im ersten
Schritt berechneten Route) auf der Karte, setze den Cursor darauf und
definiere die Cursorposition als Startpunkt (des Mittelteiles) der Route.
Analog definiere ich den Endpunkt der Route in der Zielstadt, lasse die
Route wieder an einem markanten Punkt (s.o.) enden. Route berechnen,
umschalten zu GaRoute, Routenberechnung auslösen, diesmal bei der
Dateiauswahl "an Datei anhängen" auswählen und GaRoute seinen Dienst tun
lassen.
Schritt 3:
In einem dritten
Schritt kann der Zielbereich noch verfeinert werden, wenn man z.B. direkt
eine postalische Anschrift im Zielort ansteuern will. Dazu einfach im
Stadtplan des Zielgebietes wieder eine Route vom 'markanten Punkt'
(Autobahnausfahrt, Bahnhof) zur Zieladresse planen und diese wie vorher
von GaRoute an die schon vorhandene Datei anhängen lassen. Hier wäre es
natürlich auch möglich, Einzel- oder Gruppendaten in oder aus der
erzeugten Datendatei herein- oder herausladen und so eine ganz individuell
angepasste Routendatei zu erzeugen. Die im Standard-Datenformat erzeugte
Tour-Datei erlaubt alle Manipulationen der DATA-Applikationen, allerdings
um einige sehr nützliche Funktionen verfeinert!

Auf
diese Weise erhält man wirklich eine "Tür-zu-Tür"-Navigation über mehrere
Karten hinweg!
Navigation (Auto)
Um
die Navigation nun zu starten, wählt man im Menü Ansicht die
"Positionsanzeige". GaRoute prüft daraufhin, ob für die vorliegende
(=geladene) Strecke StreetPlanner/CM-Karten mit Eckkoordinaten vorliegen,
liest die Informationen in einen Zwischenspeicher, und dann kann es
eigentlich losgehen. Zum Start der Navigation kann man noch auswählen, wie
man optisch von GaRoute geführt werden möchte.
Navigationsbildschirme:
Zur
Auswahl stehen
- die
"grafische Anzeige":

- die
"Navigations-Anzeige":

- die Kartenansicht aus
Route-Planner oder CityMaps:

oder aus einer beliebigen Kombination der
Ansichten, die man Zeitabhängig kombinieren
kann.
Je
nach persönlichen Vorlieben kann man so eine auch während der Fahrt gut zu
erkennende Darstellungsart wählen, die einen Karte lesenden Beifahrer
überflüssig macht.
Die gewünschte
Zusammenstellung der Navigationsanzeigen teilt man GaRoute in einer
Dialogbox mit:

Ich
fahre derzeit am liebsten mit einem Wechsel von Kartenansicht (30 sek.)
und Navigations-Ansicht (5 sek.).
Weitere
Navigationshilfen
Außerdem kann man als weitere Navigationshilfen in den allgemeinen
Einstellungen definieren, wie akustische und/oder optische Signale (Backlight
an/aus) bei Annäherung an einen Waypoint und vieles mehr:

Ebenso wäre hier
festzulegen, ob GaRoute z.B. nur bei einem Straßenwechsel einen Wegpunkt
erzeugen oder alle von der Palmtop-Applikation erzeugten Punkte übernehmen
soll. Für nachträgliche 'Routenverschlankungen' steht eine Filterfunktion
zur Verfügung, die die Wegpunkte einer schon berechneten Route ausdünnen
kann (sehr praktisch für Touren, die man nur mit dem GARMIN bestreiten
will. Und bei denen man sich auf die beim eTrex nur möglichen 50 Waypoints
beschränken muss.

Andererseits bietet GaRoute auch eine Funktion, eine lange Route in
mehrere Teile aufzuteilen, so dass man unterwegs („Psion im Rucksack“,
s.o.), sozusagen ‚nachladen’ kann! ;-)
Während der Fahrt werden nun die gewählten Navigationshilfen abhängig vom
Standort ausgegeben. Nach einem (versehentlichen oder gewollten) Abweichen
von der berechneten Route werden die folgenden Wegpunkte nach Rückkehr auf
die Strecken wieder angesteuert.
Zukünftiges
Eine komplette (nachträgliche) Neuberechnung einer Route vom aktuellen
Standort aus ist bisher noch nicht möglich, ist aber von Ruud schon für
eine der nächsten Versionen geplant.
Auch eine Sprachausgabe war vorgesehen, wurde aber im Moment aus
Zeitgründen zurückgestellt.
Weitere GaRoute-Funktionen
Natürlich sind auch
"einfache" Transferaufgaben mit GaRoute möglich, wie das Auslesen und
Schreiben von Wegpunkten, Routen und Tracks. Sowohl beim Lesen als auch
beim Schreiben besteht neben der Möglichkeit, direkt ins GPS-Gerät zu
schreiben, auch noch die Auswahl zwischen verschiedenen (PC-)Austauschformaten
(PCX5; FuGaWi) oder in verschiedene Kartensoftware (RealMaps;
Route-Planner; CityMaps) zu schreiben. Auf diese Weise kann man sich
schnell eine Übersicht verschaffen, wo genau denn nun eine Gruppe (meist
kryptisch benannter) Wegepunkte nun genau liegt. Dieses, zusammen mit der
Möglichkeit, die berechneten Waypoints komfortabel zu bearbeiten,
ermöglicht auf eine sehr bequeme Weise, sein Wegpunktearchiv zu pflegen
und zu verwalten.


Eine sehr gute Abhandlung über die Möglichkeiten von GaRoute erscheint in
einem Artikel von Rene Degelmann (Deutsche Übersetzung von GaRoute) im
zweiten Teil von "Mobil Computing", für dessen Erlaubnis, Teile
seines Textes zu verwenden, möchte ich mich hier ausdrücklich bedanken.
GaRoute kostet in der Vollversion 25,- Euro, die eingeschränkte Version erlaubt
nur Strecken bis zu 25 km. Ruud sendet aber auf Anfrage einen Lizenz-Key
zu, der eine Vollversion mit allen Funktionalitäten für 30 Tage
freischaltet.
Besonders, wenn man die Preise für diverse Waypoint-Edit-Tools für die
EPOC-Welt betrachtet (deren Funktionalitäten jedoch von GaRoute auch alle
geboten werden), ist das Preis-/Leistungsverhältnis für GaRoute
unübertroffen. Und die übergreifende Routenplanung ist ein Feature, was
den Preis schon allein rechtfertigen wurde.
Deshalb kann ich GaRoute allen PSION-GPS-Interessierten, besonders allen "GARMINauten",
nur wärmstens empfehlen!
Das
Programm GaRoute ist erhältlich unter:
http://www.geocities.com/SiliconValley/Orchard/5730/the_software.htm
Martin Wesslowski
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